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23 Billionen · 2009-10-12 23:04 von ich

Zählst du noch oder zahlst du schon? Überhaupt meine ich: im letzten Jahr schrieb ich in einer mir heute nicht mehr nachvollziehbaren Stimmung aus Lichtsinn und Sinnlosigkeit, dass 23 Billionen fällig werden MÜSSTEN, um dem kosmischen Plan zu gehorchen. Damals ein Wunschtraum, heute erlebe ich ein Flashback beim lesen eines Telepolis-Artikels. Zugegeben, ich habe mich um 0.7 Billionen geirrt, doch was sind schon 700’000’000’000? Wichtiger ist die Nullen-Explosion in den Prognosen. Da wächst was und wenn es so weiter wächst, werden es in einem Jahr schon 311 Billionen sein, im Jahr 2011 knacken wir endlich die neue Dimension, entern den Peta-Bereich der Unzählbarkeit. Leider weiss ich nicht, was mit diesen Zahlen gemeint ist, weswegen sie auch ohne Einheit ($ oder €) daherkommen. Bailout-Desaster? Was ist damit gemeint? Ist jemand mit der Axt abgerutscht, hat sich ins Schienbein ge-bailt? Fuck knows, trotzdem mal wieder ein interessanter, wenn auch – unter den gegebenen Zweifeln – nichtssagender, Artikel. Schon heute scheint niemand mehr so richtig zählen können, verschwinden “sage und schreibe 2 (oder 9?) Billionen USD in einem Schwarzen Loch”.

Pah, denke ich, nur 2 Billionen, im nächsten Jahr werden es 29,625 Billionen sein…

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Krisenzeiten · 2009-03-21 01:28 von ich

Vorschläge zum Verhindern der kommenden der Krise, während die jetzige noch nicht richtig begonnen hat, wie auf Acid, völlig albern. Hört mal, das ist das Ende! Du dämlicher Wirtschafts-Fascho, hast es noch nicht kapiert, na dann hau ich dir noch einen in deine vollgefressennen Eingeweide! Auch eine Speicherung auf DVD und eine eine hochaufgelöste Mindmap verhindert nicht, dass der Flachbildscheiss uns ins Verderben stürzt, wenn du verstehts, was ich meine. Wir sind nämlich am Ende der Geschichte angelangt. Das ist die Realität, die ihr Gläubigen euch immer gewünscht habt, und wenn es nicht so aussieht, wie in euren kühnenn Träumen, tja, dann wird es wohl Zeit aufzuwachen. “Ja, wir müssen nur dies und das ändern, ein wenig an den Knöpfen der Machinen drehen und dann wird es wieder bergauf gehen.” Geniess die Abfahrt, du Penner, hast du dir jemals die Frage gestellt, weshalb und wozu es immer bergauf gehen soll? Wozu soll das gut sein? Das kann nur der besoffene Einfall eines Autofaherer Sein, der nicht für die Strecke bergauf selbst treten muss, es ist Zeit wieder zurück zur Muskelkraft zu kommen, dann wird auch der Genuss des Bergab verständlich. Wohin soll die Reise den gehen, zum Mond, zur Sonne, zur nächsten Galaxie? Nein, wir bleiben hier auf der Erde, weil es hier schön ist. Es gibt von allem genug: Sonne, Wasser, Food and Shelter. Absolut keine Notwendigkeit, irgendwohin zu flüchten, zumal die Chancen schlecht stehen, im Umkreis von ein paar Lichtjahren etwas vergleichbar schönes zu finden. Dafür um so mehr Notwendigkeit, das, was vorhanden ist, anders zu verteilen. Niemand braucht ein Auto, während rundherum die Menschen krepieren. Denn so IST es. Trickle-down wird zum trickle-up, das Existenzielle, die Ängste vor dem, und die Freude am, Leben, grubbert sich langsam durch alle Gesellschaftssedimente nach oben, wo immer das ist, und es wird stocknüchtern festgestellt, dass die Vergangenheit völlig bekloppt war, wie schon so häufig. Wodurch sich die Freude an der Zukunft erklären liesse: dass es endlich besser wird! Weniger Dämlichkeit, Engstirnigkeit, Eitelkeit, Neid, Gier, wasauchimmer. Überheblichlichkeit. Mehr Freude an der Umgebung, an sich selbst, an den positiven – vor allem: kostenlosen! – Dingen, die den Alltag versüssen können, oder könnten, wäre die Zeit anders eingeteilt. Statt 12 Stunden in einem trostlos stinkendem Büro, vielleicht nur 2 oder 3 Stunden, den Rest der Zeit mit einem guten Buch in der Natur verbringen, wo die Blumen blühen und es viel besser riecht. Besser als der der Geruch nach dem kaltem Schweiss und kaltem Kaffee der, sogenannten, fortschrittlichen Welt. Der Teil der Erde, der sich gerade selbst den Lokus runterspült. Mehr Freude an Organik, als an toter, weil sinnloser, Tektonik. Mehr Freude am Sinn, wenn er irgendwo festgenagelt werden kann, als an der Steigerung von was weiss ich, des Warenoutputs z.B., der nur zur Steigerung der Gehälter völlig sinnentleerter Manager führt, die sich einen vor ihrem neuen Konsumgut – mag es ein Ferrari, oder Gucci, Armani, Brioni oder Colani sein – runterholen, ein kurzer Rausch, während der Rest der Welt…. Scheiss drauf, hört man von denen, “sie waren es einfach nicht Wert!” Nein, ihr Ratten, ihr seid es nicht wert, eure Arbeit ist keine Arbeit, sondern Raub, Ihr seit keine Genies, sondern Nichtsnutze. Habt noch nicht mal gelernt zu konsumieren, weil euch das grundlegende Verständnis der Welt fehlt: “all energies flows according to the great big magnet”. Dollar-Ratten und Euro-Schaben. Schmarotzer der Zeit, die euch nun einholt und zu erschlagen droht. Lernt etwas sinnvolles, werdet bescheiden in euren Ansprüchen, lernt einen Acker zu bestellen, um das Auge für das Tempo zu schulen, was ihr bisher verachtet habt. Mehr geht nicht, auch in Zukunft nicht, auch nach längst überfälligen Veränderungen nicht, mit denen das System an die Zukunft angepasst werden soll. Denn darin drückt sich das, tatsächlich völlig zeitlose, Problem aus: Die Teilung, die zum Verständnis dessen notwendig ist, was in der Schule gelehrt wurde. Gelehrt, aber nicht verstanden, auch von den meisten Lehrern nicht, denn das Konzept der Teilung ist nur EINE Möglichkeit des Allgemeinverständnis, der Struktur, des Gefühls, was Ruhe und Zufriedenheit durch Orientierung ermöglicht. Es gibt unzählige andere. Mein Gott, sieht denn niemand die Sackgasse, in die sich alle verrennen? Sieht denn niemand, dass es theoretisch und praktisch keine Gewinner ohne Verlierer gibt? Sieht der Gewinner nicht, dass sein Gewinn auf dem Verlust anderer – Menschen, oder Anteile an dem großen Ganzen – beruht? Dabei wäre es so ein schöner Planet, wenn der Notwendigkeit Grenzen innewohnen würden und Zufriedenheit nicht auf Kredit gekauft werden müsste. Der Lohn dafür wäre eine bisher unbekannte Form der Freiheit, die nicht bezahlt werden muss, weil die Ängste vor dem Unbekannten abgeschafft sind. Vergleichbar mit Sternegucken statt Fernsehen, also wirklicher Weit-Blick, nicht die 2 oder 4 Meter bis zum Flachbildscheiß, der in China von fleissigen Händen – die an einem Körper voller Hoffnung auf Erlösung hängen, der mitunter davon garnicht weiss! Und das ist Teil des alltäglichen Wahnsinns: niemand fragt, wohin die Reise geht, aber alle treten das Gaspedal bis zum Bodenblech durch, als wenn die Beschleunigung das Ziel wäre. Sie ist es nicht, denn Vektoren haben nicht nur eine Länge, sondern auch eine Richtung. Viel Gas in die falsche Richtung ist viel falscher als kein Gas zu geben und stumm in der Ecke zu sitzen. Es bedarf, so oder so, einer Richtung und diese Richtung ist nicht der amerikanische Traum, der nun unter unser aller Augen verschwindet. Er kann es nicht sein, weil in ihm eine große Lüge innewohnt, ein Traum, oder Alptraum, dessen Zusammenbruch schon vor vielen Jahren mathematisch zwingend vorhergesagt wurde. Und niemand wollte daruf hören, weil es sich nicht kleidete, nicht angesagt war, und es unbequem gewesen wäre, mit den Konsequenzen zu leben. Sinnvolle Alternativen wurden belächelt, oder schlimmer noch, zur Religion erhoben. Nun ist es offensichtlich an der Zeit, diese Fehler zu beheben, um mit immer kleiner werdenden Löffeln die Suppe auszulöffeln, die wir, oder unsere Vorgänger, uns selbst gekocht haben. Die Suppe schmeckt wie sie riecht, nicht besonders gut, aber es ist bald nichts anderes mehr zum Essen da und so müssen wir sie hinunterwürgen. Und die wenigen, die sich noch die Wänste füllen können, dürfen Angst vor den Hungrigen haben, die es nicht rechtzeitig geschafft haben, ihre Abhängigkeit gegen ihren Willen zu reduzieren, um sich selbst zu versorgen. Sie dürfen aber auch Angst vor denen haben, die trotz des materiellen Überflusses sich mit jenen solidarisch erklären, die nichts mehr zu essen haben. Und natürlich müssen sie, wie schon vor Jahrtausenden, diejenigen am meisten fürchten, die wie sie sind, nämlich nicht genug bekommen können. Klar wird, es lohnt nicht, sich auf mehr oder weniger Haben zu konzentrieren, sondern einzig die Konzentration auf neue Richtungen, wie Autarkie, ohne Nationalstolz; wie eine pragmatische Nutzung der Technologie, ohne Anbetung; wie wahres Verstehen und Lernen von der Natur, ohne dämlcihe Machtspielchen, die die Resultate dazu nutzen wollen, den Menschen zu sagen, wie sie zu leben haben, damit diejenigen, welche angeblich die Erkenntnis mit Löffeln gefressen haben, ihre Konten füllen können, um … ja, was? Was wollen die selbsternannten Eliten damit? Was am Ende bleibt, ist, sich Scheinwelten zu bauen, um das Elend zu überdecken, was zu deren Errichtung notwendig war. Keine Person, die nicht völlig unzurechnungsfähig ist, kann das wirklich wollen, woraus ich folgere, dass die meisten Menschen nicht zurechnungsfähig sind, weshalb es die Verpflichtung derer, die diesen Teufelskreis der Entwicklung erkennen, ist, etwas dagegen zu unternehmen, oder zumindest die Dinge nicht zu verschlimmern. Wirtschaftsabschwung muss dann nicht schlecht sein, genauso muss Aufschwung nicht gut sein. Die Skepsis entsteht, wenn mehrfache Lügner das Gegenteil verbreiten. Irgendwann werden die Widersprüche zu groß, als dass sie durch die Priester der Neuzeit gekittet werden könnten. Und ich denke, es ist so weit.

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OHNE WACHSTUM??? · 2008-12-14 23:10 von ich

Robert Kurz gnatzt an meiner derzeitigen Lieblingszukunftsvorstellung, dem “Auto ohne Motor”, herum! Eigentlich ist es garnicht so schlimm und ich muss feststellen, dass ich in vielen Punkten mit ihm übereinstimme, wenn er nur nicht das Thema völlig verfehlt hätte. Es geht längst nicht mehr um den Streit, welches System, welchen Fehler hat, auch nicht, ob sich gerade – esoterisch gesprochen – ein Tor in eine andere Dimension öffnet, sondern um geschundene Begriffe wie Nachhaltigkeit, oder Zukunftsfähigkeit, somit ein Zusammendenken ökologischer, sozialer UND ökonomischer Kriterien, statt dem Belächeln konkreter Zukunftvisionen, weil sie “bestenfalls ein „ökologisches“ Konzept” beschreiben. Ich finde: immerhin!

Das ganze erinnert mich an die Zeit nach 9/11, als sich alle vom Mainstream abweichenden Propheten in eine endlose Debatte über den Einfluß des Staates stritten (nicht ob, sondern wie) und alle anderen sich darüber amüsierten. Man könnte Kurz auch so verstehen, dass er die Kritik als zu kurz gedacht(?) kritisiert, was wenn wir diesem Pfad folgen würden, zu einem endlosen Strudel an Schuldzuweisungen führt, uns aber nicht weiter bringt. Das wir in Zukunft unsere eigenen Tomaten anbauen werden, steht schon aus Genussgründen ausser Frage, solange wir selbst darüber entscheiden können, welche Sorte wir bevorzugen. Und ob wir in 20 Jahren “Subsistenzwirtschaftssteuer” zahlen wollen, um die heutigen Schulden abzuzahlen, kurz: wie laut die Peitsche knallt, derer, die auch in Zukunft die Peitsche in der Hand halten werden.

Sollen sie nur. Man kann sich ja in Zukunft darauf spezialisieren, Kritiker der Kritiker zu kritisieren, um, wenn alles gut geht, irgendwann selbst kritisiert zu werden. Ein neues Feld für Möchtegernstrategen. Und Arbeit für die nächsten Jahrtausende! Denn wenn das Chaos siegt, schnalzen die Peitschen ins Leere. Alle wissen das, weshalb wir vor Untergangsszenarien keine Angst haben müssen. Das wir alle in einem Raumschiff sitzen, ist die beste Garantie für gemeinsame Zukunft, aber leider, und das finde ich wirklich Schade, lässt sich Kurz über ein Konzept der Zukunft nicht aus, nur dass sie radikal/global sein muss. “Die Profitlogik kann nur zusammen mit den gesellschaftlichen Formen überwunden werden, die sie historisch erzeugt haben. Und das zerstörerische System des Weltmarkts ist nur durch radikale Eingriffe auf globaler Ebene zu stoppen, nicht durch die Flucht in eine illusionäre Schrebergarten-Ökonomie, die sich an der negativen Vergesellschaftung des Kapitals vorbeimogeln möchte.” Vielleicht ist lokales handeln “vorbeimogeln”, möglicherweise ist es ein Überbleibsel aus der Epoche der Freiheit, die wir schon bald verspielt haben könnten – wenn wir den individuellen Gestaltungsspielraum nicht nutzen, den wir zur Zeit noch haben. Aber ehrlich gesagt ist mir dieses vorbeimogeln an den Problemen lieber, als die knallharte Konfrontation, die Kurz, wenn ich ihn durch die Zeilen richtig interpretiere, alternativlos darstellt. REVOLUTION statt KAPITALISMUS OHNE WACHSTUM, eine Revolution, die der Menschheit eine große, theoretisch perfekte Gesellschaft bringen mag – das soll dann besser als viele kleine Alternativen sein, deren Sinn wohl kaum zu bestreiten sind? Es scheint mir etwas bequem zu sein, auf den angeblichen notwendigen Wandel des gesellschaftlichen Überbaus zu warten, denn der wird so schnell nicht kommen. Und wenn er kommt, dann wird es nicht besonders angenehm für ALLE. Wir werden sehen, wie sich der Weg in die Zukunft anfühlt. So hoffentlich nicht, denke ich und flüchte mit leisem Entsetzen in
meinen illusionären Schrebergarten.

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RussianCrush · 2008-10-11 13:54 von ich

Ein chaotischer Versuch der Standortbestimmung:

In Uns: was ausserhalb stattfindet. Und worauf wir uns konzentrieren. Daraus kann ein Leben entstehen, dass möglichst keine Steinwüste hinterlässt, sondern blühende Landschaften, die wiederum genügend Freiräume für die Experimente der Zukunft lassen. Damit nicht passiert, was Huxley, Orwell, Samjatin usw. beschrieben haben. Es ist nicht der Untergang der Welt, wenn in Manhattan die echten und unechten Türme einstürzen, aber in unserer symbolüberladenen Welt bekommen wir das monumentale oder sogar mystische gar nicht mehr mit, rauscht die Wirklichkeit an uns vorbei. Wirklich? Als wenn es nicht völlig egal sein könnte. Viel wichtiger ist doch die Frage nach den Konsequenzen, die Überlegungen, die kurz- mittel- oder langfristig die Frage nach dem wohin beantworten wollen und dabei nicht bei einem dämlichen “Vorwärts” aufhören, sich weiter die notwendigen Fragen zu stellen. Denn darin könnten wir den SdL* erkennen: in der ewigen Fortsetzung, in dem Geschaukel, was durch die Neigung der Erdachse für manch eine(n) eine ästhetische Dimension bekommt. Vibrations man, wie wollen wir sie haben, unsere Zukunft? Wird der Staat die Gürtel enger schnallen müssen, werden es seine Bürger sein, oder werden wir alle ganz allmählich in unsere Bestandteile zerfallen? Eine Anregung bietet ein Bericht vom Zusammenbruch der (städtischen) Sowjetunion.

Da eigentlich völlig unklar ist, was derzeit passiert und aus den einzelnen Puzzlesteinen an Halbwahrheiten ein ziemlich pixeliges Gesamtbild entsteht, muss auch das Bild von unserer Zukunft widersprüchlich sein, als eine Grundbedingung der Funktion der Gesellschaft. Als drängendste Frage dieser Tage steht sicher die Frage nach der Zukunft unserer Ökonomie und wie eine Welt ohne Spielgeld aussehen könnte. Das ist die Frage, auf die wir uns konzentrieren sollten, denn schon in den Versuchen ihrer Beantwortung liegt viel Potential und hoffentlich führt die Betrachtung der heutigen Scheinwelt zu einem Umdenken in den Köpfen, ohne eine neue grosse Hypnose und Starre auszulösen. Wie mein Freund H. es angesichts der Hilflosigkeit unserer wirtschaftpolitischen Führergarde ausdrückte: “Egal wie dämlich sie alle aus der Wäsche schauen, Hauptsache es entsteht keine braune Suppe”. Das sind mittlerweile reale Ängste, die durch das Verhalten der “Eliten” ausgelöst werden und die sie gleichzeitig fürchten müssen, weil sich zwangsläufig das Gewaltpotential erhöhen wird, wenn die trillions zur “Rettung” eines kranken Systems, zu Kürzungen im Kultur- und Bildungsbereich erforderlich werden. Man wird uns mit ziemlicher Sicherheit eine sehr geschickte Erklärung präsentieren, hat schliesslich lange genug geübt und die Weichen zu stellen versucht.

Doch, wie es derzeit aussieht, wird das Kasino nicht geschlossen. Neues Spiel, neues Glück. Ich frage mich warum man dem Zirkus kein Ende setzen will – gibt es keine Verwendung für die vielen Banker und Brokern, gehen die Ideen für 1€-Jobber aus (Rinnsteine mit Zahnbürsten putzen etc)? Möglicherweise sind sie zu “Fett zum Sterben” und ja, man sollte sich vor diesen Tieren im Menschenkostüm fürchten, die auch beim Plündern und Brandschatzen neue Standarts setzen werden, denn sie sind auf Sieg programmiert. Gestern, Heute und in Zukunft. Was diese Zukunft nach dem Crash für jeden persönlich bedeutet, beschreibt Mr. Orlov in seinem oben genannten Bericht mit interessanten Beobachtungen und Anekdoten. So war z.B. eine der ersten offiziellen Maßnahmen der Regierung nach dem Zusammenbruch der alten Strukturen, ein Rückgriff auf noch ältere Strukturen: die “Rechristianisierung” von russischen Städten. Wir werden sehen was dann aus Hamburg wird. Ehrlich gesagt mache mir keine Sorgen um diese Stadt, vielmehr hoffe ich, dass der Wirtschaft die Puste vor einer Umbenennung der Stadt in Hanse-Lounge ausgeht. Wenn man dem Leningrader Muster folgt, dürfe es bald wieder Hammaburg heissen, was nach lehmigen Dorfstrassen und schimmeligen Wänden in heruntergekommenen Betonwohnsilos klingt. Auch davor müssen wir uns nicht fürchten, schimmelnde Wände haben wir schon, seit uns die Baustoffindustrie mit luftdichten PVC-Fenstern und Wärmedämmverbundsystemen versorgt. Im Leningrad/St.Petersburg nach dem Zusammenbruch gab es jedenfalls in den meisten Häusern Wärme und Licht, sogar die Züge fuhren pünktlich. Ein halber Liter Wodka wurde gegen 10 Liter Benzin getauscht “giving vodka far greater effective energy density than rocket fuel.” Und in Minsk standen die Leute tagsüber planlos auf der Straße herum und generell konnten “Beziehungen” wertvoller als Geld sein: “when faced with a collapsing economy, one should stop thinking of wealth in terms of money. Access to actual physical resources and assets, as well as intangibles such as connections and relationships, quickly becomes much more valuable than mere cash.”

*Sinn des Lebens

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Kannste doch vergessen! · 2008-10-01 21:47 von 3D

Unser Bundesinnenminister sprach heute Abend auf DLF von einer Überreaktion der Menschen oder Märkte auf die Vorgänge im Laufe der tollen Finanzkrise, die das ganze Schlamassel unnötigerweise verschlimmere.
Also: Tief Luft holen und dann sollte uns vielleicht ein Wirtschaftsforschungsinstitut einfach mal eine schöne Prognose vorstellen, die uns wieder das richtige glauben und anschliessend tun läßt. Auf welche Stelle müssten wir unsere Projektionen richten, damit das System, wie eigentlich immer und natürlich, weiterhin expandiert?

Hier gibt es dazu jedenfalls einen schönen Text zu einer schönen Sendung. Spannende Unterhaltung wünsche ich!

www.dradio.de/dlf/sendungen/studiozeit-ks/850774/

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Zeit · 2008-07-12 19:41 von ich

Kristallklare Höhen dingen in meinen Cortex ein. Ich Schlug wie wild meinem Kopf gehen die Wand, diese Experimente gehen an die Substanz, früher habe ich nicht mal gewagt darüber nachzudenken. Aber früher habe auch immer gegessen WENN ES ZEIT war. Seitdem ich meine Uhr verschluckt habe, denke ich brauche nur noch Ausdauer. Zeit habe ich genug, sie ist in mir und ich kann mir wieder Hunger gönnen. Doch das Brennen in der Lunge ist weit unangenehmer und während ich die Welt so weiterbewerte erinnert mich meine brennende Stirn daran, diesen Versuch nicht zu veröffentlichen, es ist zu kryptisch. Eine nichtkausale Logik, die wie einen Hufabruck des Denkens ist, aus dem zuviel Dissonanz interpretiert werden könnten. Wenn überhaupt. Das wichtige dabei: sie könnten mir eines Tages dienen, meine eigene Maske zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt an einem ganz bestimmten Ort (gut dass es niemand lesen MUSS) wiederherzustellen. Und wenn es nur ein Augenblick ist.

Wieder das Problem mit der ZEIT, ich dachte längst darüber hinweggekommen zu sein und stelle mir einen trockenen Husten vor, mit dem mich das Übel der Welt vom Übel der Welt überzeugen will. Aber ich bin gewappnet, habe mich seit Jahren darauf vorbereitet. Entweder wird es ein Ausdruck purer Gewalt oder Zärtlichkeit, aber HAIL ERIS, lass mich nicht als kastrierter junger Mann enden, der wie ein verliebter Trottel an dir klebt! Und ich frage mich, warum ich mir nicht vorstellen kann, so zu leben wie in diesem Land heute Normalität definiert wird. Damit glücklich zu werden scheint unmöglich, etwas in mir sträubt sich mit erstaunlicher Ausdauer dagegen. Oder übersteigt es die Grenzen meiner Vorstellungskraft? Manche Orte kamen dem Ideal recht nahe, aber wie mit allem Neuen verliert sich die anfängliche Neugier und ich beginne kalte Füsse zu bekommen, vor dem nächsten Level im Leben. Was mich natürlich ärgert, aber es geht hierbei schliesslich um Leben und Tod, da ist ein wenig Überlegung nicht verkehrt.

Die Frauen auf der Strasse sind einfach nicht mein Fall, viel zu aufgekratzt, auf einem anderen Kanal unterwegs. Auch sie haben nur Verkaufen im Sinn, taktieren und paktieren, spucken sich gegenseitig ins Gesicht – und den Männern auf die Schwänze, wie wir alle wissen. Was für ein Wahnsinn und ich mittendrin. Und vor allem: Wie gehts weiter, whats next? Manch eine scheint in ihrem Schicksal irgendetwas positives abringen zu können, aber wahrscheinlich tun wir das alle mehr oder weniger, vor allem was das Verkaufen angeht. Tausche ZEIT GEGEN GELD. Irgendwo müssen sich Zeitberge auftürmen, aber dann stellt doch jemand fest, es waren nur Schulden. Dann muss irgendwo Zeit fehlen. 23 Billionen US-amerikanische Dollar. Bling. Bling. (Tatsächlich werden nur 1,6 Billionen vermutet, da haben wir ja nochmal Glück gehabt…) Ich frage mich: wie lange muss eine alte Frau dafür stricken? Und rechne: bei dem Durchschnittslohn einer durschnittlichen Strickerin, egal wie alt, von geschätzten 3,75eur pro Stunde sind es 6,13 Billionen Stunden, entsprechend etwas über 700 Millionen Jahre nonstop Arbeit. Irgendwer hat für all die faulen Kredite seine Lebenszeit geopfert, aber es sind ja nur Zahlen. Oder ist die Möhre vor unserem Gesicht verfault? Ist diese Möhre VIELLEICHT nur ein Trugschluss. Wenn ich das wüsste… Friedlich widerkäuende Säugetiere, nichts anderes wird aus uns – und wenn es sein muss mit Gewalt. Langweile Pornografie spielt sich unser aller Augen ab und wir bekommen keinen mehr hoch (ich huste!). Einfach fahren, gleiten, geniessen, solange es noch möglich ist. Immer häufiger denke ich: es ist schon OK so…

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Loungebar · 2007-11-06 22:10 von ich

Klavierlackschwarze Särge mit DVD und W-LAN, ausgeschlagen mit rotem Samt. Sehr feierlich (wirklich sehr!) und dieser rote Samt alredador schluckt die letzten Zweifel am zweifeln am Sinn des Lebens. Hier an der Küstenstrasse 44 hinter einer unscheinbaren Fassade tut sich das Tor – zur Hölle und zum Himmel – überraschend einladend auf. Das Internet hat schon viele drittklassige Schriftsteller hervorgebracht, aber zwischendurch keimt immer mal wieder Hoffnung, obwohl niemand weiss ob die Zeit reif für Veränderung ist. Davon träumte ein Teil von mir, als ich den seltenen Versuch unternahm, gewollt zu schreiben: “Ach, wenn ich nicht wissen würde, wie ich es hassen würde, mich von Lautsprecherdurchsagen auf dem Bahnhof ablenken zu lassen.” Alles hat sein Tempo. Also warum nicht die Psychonummer durchziehen, bloss nicht fivetonine arbeiten müssen – damit man das/den ganzen Koks kaufen muss, was zu noch weniger Schlaf führt, was zu noch weniger Genuss führt, nur um es aushaltbar zu machen in den roten Samtpolstern, eingezwängt zwischen Gadgets, Widgets und Touchscreens.

Ein Zug fährt auf dem Bahnhof ein und ich bin einen kurzen Augenblick lang irritiert, von wo der Klang klingt. Mir gelingt es nicht, diesen wahrhaft erhebenden Augenblick dauerhaft in Buchstaben zu meisseln. In diesem Bereich wurden noch nicht genügend Daten erhoben und ausgewertet. Ich frage mich wen ich gerade channele, wer sich auf meiner Leitung eingeklinkt hat und mir einflüstert was ich so gerne hören möchte. Aleister Crowley? Nein, der ist zuviel mit den unzähligen Satanisten beschäftigt, die seinen Witz nicht verstanden haben, jedenfalls hat er es nicht geschafft. Aber Heinz von Förster sollte ein Denkmal gebaut werden. Oder Bahnhöfe nach ihm benannt, die dann Tag und Nacht den Klang von quietschendem 12-tönigem Stahl auf Hi-End Stereo Anlagen spielen würden. Dafür müsste niemand im Irak durch den Sand wandern, was natürlich blosse Behauptung bleibt, solange nicht ein Heinz an der Macht war.

Ob der Bremsengestank im IC high macht? Wär ja mal was. Möbelstück Rück gleitet matjesthätisch durch den Nebel, während ich diese Zeilen … Vielleicht macht der Geruch auch einfach nur zufrieden und ausgeglichen, was sonst sollten die Geruchsdesigner der Bremsbelagshersteller heutzutage wollen. Ein fremder Passagier starrt neidvoll auf mein Prunkstück. Pass bloss auf! Ich werde CIA und BOI auf dich hetzen, solltest du versuchen mir meinen Besitz zu nehmen. Doch dann wieder: dieser Klang des kalten Stahls eines Güterzugs in einer mecklenburger Dorfnacht… Das klang. Auch wenn, ich würde lügen, wenn ich dabei nicht auch an die negativen Aspekte denken würde. An Rohstoffe und Bilanzen und die gute alte Mutter Natur, die im Moment von ihren degenerierten Kreaturen kräftig ins Gesicht bekommt. Aber das gehört sich doch nicht.

Warum zitiert “Private Joker” C.G.Jung in “Full Metal Jacket”? Ich fliege durch die nebligen Felder, Kekse wabern und summen wie dicke Hummeln. Hummeln fand ich immer schon gut. Wenn ich eines Tages tatsächlich Hermann Hesse als größten aller Deutschen ablösen sollte, gäbe es jeden Morgen Kekse mit 2,5g mecklenburger Gras. Das wächst dort auf den Feldern unter blauem Himmel neben Energieraps und Futtermais, was nun auch auf direktem Weg zu “Fuel” gemacht wird. Ist effizienter als der Umweg über das Tierfutter und die Tiere, ausserdem: Maschinen haben auch Hunger sehr geehrter Herr Gedankenterrorist. Lichter der Stadt und wieder der Geruch von heissen Bremsen am Bahnsteig.

Ein paar Minuten noch. Ich weiss nicht, wo oder wann ich mein Zeitempfinden verloren habe. wenn ich diesen Zug verpasse mus ich bis morgen 16:35 Uhr hier auf dem Bahnsteig warten, bei Temperaturen knapp über Null Grad – jeder Fehler könnte meinem Dasein ein Ende machen, dabei wollte ich doch noch … Viel wichtiger, das Wagen 23 direkt vor meiner Nase zum Stehen kommt und mir keine andere Wahl lässt als einzusteigen. Ich tat wie mir von IHNEN befohlen. Das Gute daran: ich kann mir sicher sein, dass alle Weichen richtig gestellt und alle Gleise am richtigen Ort sind, für den Hochgeschwindigkeitsritt durch die kalte Dunkelheit, der schon in 20 Jahren lächerlich langsam wirken wird – oder wahnsinnig schnell, wer weiss das schon, aber irgendwann wird dieser Krieg zuende sein.

Im Radio werden Soldaten der Bundeswehr wieder mit ihrem Rang begrüßt, aus Respekt vor der “logistischen Meisterleistung” die klimaschädliche Bundeskanzlerin in 24 Stunden in 3 geostrategisch weit voneinader entfernte Länder zu fliegen, unbemerkt und völlig geheim vom sonst so geschwätzigen Berlin unter Anderem ins krisengeschüttelte Afghanistan, wo sie verkündet aus vollem Herzen helfen zu wollen. Es geschehen noch Wunder. Guten Morgen Herr Oberst, finden sie auch gut, dass wir im Krieg sind oder gibt es eine Alternative bei der sie ihren Job behalten? Sie machen das doch gerne, oder?

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Wirtschaft · 2007-09-18 01:51 von ich

Und alle schauen zu?

SmallBoyTest

Das Telefon klingelt. Ach nein, ich bin es ja, der anruft und jemand nimmt den Höhrer ab, den ich schon in der Hand halte um von einer sehr beeindruckenden Veranstaltung des vergangenen Abends zu berichten:

“Geld, Glaube und Gleichgewicht –
lässt sich das Geldwesen
demokratieverträglich gestalten?”

Vortrag von Prof. em. Dr. Roland Geitmann – Am Montag den 17.09.07 um 19 Uhr, im Haus der Patriotischen Gesellschaft von 1765, Kirchhof-Saal, Trostbrücke 6, 20457 Hamburg
2007-08-24 Flyer Geldgespraech Geitmann.pdf

Was für eine Überraschung, hatte ich mich doch im Vorfeld von dem Namen der Gesellschaft irritieren lassen, konnte nicht ahnen, dass es dermaßen schonungslos zur Sache gehen wird. Ich muss mich wohl oder übel von der mir bekannten Bedeutung des “Patriotismus” lösen.

“Deutschlandfunk, Montag, 17. September 2007 20:00 Uhr,
wir hören die Nachrichten:

Britische Regierung unterstützt ‘Northern Rock’ – Aktienkurs der Bank verliert 35 Prozent

Die britische Regierung hat eine Garantieerklärung für die Einlagen bei der Hypothekenbank ‘Northern Rock’ abgegeben. Notfalls werde die ‘Bank of England’ die Ersparnisse sichern, sagte Finanzminister Darling in London. Die Bank sei aber nur vorübergehend in einen Engpass geraten. – Auch gestern hatten wieder Tausende Kunden Geld abgehoben. Der Aktienkurs der ‘Northern Rock’ verlor an der Londoner Börse rund 35 Prozent.”

Es folgt nun eine sehr subjektive Zusammenfassung des Vortrags und der folgenden Diskussion. Zu allererst und mit Sicherheit ging es ums GELD. Ausflüge in die Geschichte und zu den Wurzeln dieses Phänomens sind bei diesem Thema zu erwarten und wurden auch in keinster Weise enttäuscht. Neben dieser interessanten und an zahlreichen historischen Beispielen erläuterten – “Interpretation” – dessen, was uns alle antreibt kam die Analyse, WARUM es uns anzutreiben scheint und warum wir sehr wahrscheinlich zu sehr davon getrieben sind.

Der Zins, oder genauer der Zinseszins, spielt dabei eine wichtige Rolle. Ursprünglich dazu gedacht, denjenigen zu entschädigen, der SEIN Geld aus der Hand gibt, um es einem anderen zu leihen – wofür er als “Entschädigung”, weil er nun ja nicht mehr über SEIN Geld frei verfügen kann, einen Aufschlag zu der verliehenen Summe fordert (Keynes nannte es Liquiditätsverzichtsprämie, auch etwas neues für mich an diesem Abend). Sonst würde es wahrscheinlich niemand aus der Hand geben, vom Risiko es nicht wieder zu bekommen mal abgesehen.

Dies allein bereitet noch niemandem Probleme, obwohl sich Generationen an den moralischen Verknüpfungen dieser Angelegenheit die Zähne ausgebissen haben. Angefangen beim absoluten Zinsverbot bei den Büchern Moses in der Bibel und Mohammeds im Koran, über die immer noch klare Ablehnung Luthers, zur sprachlichen und moralischen Aufweichung Zwinglis und Calvins bis zur endgültigen Streichung des Zinsverbots der katholischen Kirche im Jahr 1983.

Dieser quälend lange Prozess hatte wohl seine guten Gründe und wer weiss, wieviele hochgebildete Persönlichkeiten darüber graue Haare gewachsen, oder eben diese ausgefallen sind – oder den Denkern Bauchschmerzen bereitet haben? Aber nun, heute, ist es umgekehrt. Nicht mehr der Zins ist das Tabu, sondern das Nachdenken darüber, ebenso das Nachdenken über die Sinnfälligkeit des Wachstumparadigmas in der Wirtschaft.

Zwischen Zins und Wachstum besteht ein Zusammenhang, den ich folgendermassen verstanden habe: um die Zinsversprechen (in alle Richtungen, also Bank zu Anleger und Anleger gegenüber der Bank) zu befriedigen, entsteht ein ungeheurer Druck, dem mittels Rationalisierung und Effizienzsteigerung entsprochen werden will. Als Resultat beschäftigt sich der Geldverleih mit sich alleine, der Zyklus “leihen” > “schenken” > “tauschen/konsumieren” wurde durchbrochen und das Geld somit nicht mehr an den Bedarf des Menschen gekoppelt. Ich bin mir sicher, dass es nicht ganz so einfach ist, wie hier beschrieben, aber es sollte genügen.

Da nun Wirtschaftswachstum gesetzlich vorgeschrieben ist, ist “Selbstzerstörung mathematisch zwingend”, folgert Geitmann und findet die Metapher, dass das daraus resultierende funktionslos-erzwungene Wachstum mit Krebs vergleichbar ist, was nebenbei bemerkt Wilhelm Reich ähnlich interpretiert hat. Die Natur, sie eignet sich gut für Vergleiche, wohl auch, weil wir wenig mehr haben, dass allen wenigstens ein wenig vertraut ist. Das Über-Den-Bedarf-Hinaus-Wirtschaften widerspricht mehrfach den elementaren Naturgesetzen, die uns nun so langsam einzuholen scheinen. Geitmann spricht hier auch von einer Verleugnung des Todes – als unüberwindlicher Naturzyklus, der in einer exponentiellen, gegen Unendlich strebenden, Wirtschaft natürlich nicht vorkommen kann.

Resultat: Ex- oder Implosion. Und die Frage ist nicht ob, sondern wann und laut Geitmann je früher desto verträglicher für Mensch und Natur. Regionalwährungen können hilfreich sein, um nicht in die Steinzeit zurückzufallen, was hoffentlich nicht passieren wird (siehe Argentinien zwischen 1998 und 2002). Auch hier fällt die Ähnlichkeit zur Natur auf: nicht Beschränkung sondern Vielfalt hat sich bewährt, um auf Änderungen der Umwelt zu reagieren. So sollte es auch mit Währungen sein.

Es geht nicht um die Verteufelung des Geldes, oder des Handels: Nicht Handel stoppen und generelle Rückkehr zur Subsistenzwirtschaft, sondern Vorteile der Spezialisierung nutzen, nicht nur um MEHR oder BESSER zu produzieren, sondern auch als Form und Möglichkeit der menschlichen Begegnung. Wirtschaft für den Menschen, nicht (mehr) anders herum.

Was hat ERIS nun damit zu tun? Nun SIE schaute zum Ende der Veranstaltung kurz herein, als es um die Verbindung zwischen Pierre Joseph Proudhon und Karl Marx ging, besser gesagt um die Frage, ob die Secret Chiefs oder Oligarchen oder wie auch immer man sie nennen will, nicht Karl Marx <> Pierre Joseph Proudhon vorzogen, sozusagen als das kleinere Übel. Geitmann lächelte und sprach von einer “gewissen Logik” die man in dieser Argumentation erkennen könne.

Noch ein Nachtrag:
“Ich habe hier mehrere Konten. Das ist das Ersparte meines ganzen Lebens“ meint ein nun armer englischer Rentner, dem ohne Intervention der Bank of England sicher der Glauben an sein Erspartes und damit sein gesamtes Leben verschwunden wäre. “Ein Ehepaar in Cheltenham trat sogar in einen Sitzstreik, weil ihnen die Bank nicht gewährte, eine Million Pfund auf ein anderes Konto zu überweisen.” – soll niemand mehr behaupten, die Menschen treten heute nicht mehr für Werte ein…

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Oh Du heilige Lässigkeit, Dein Reich komme... · 2007-08-22 21:00 von rock lobster

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Mu' Kuhs · 2007-06-19 21:59 von ich

Die neueste Erungenschaft aus den Labors zur Verbesserung der Welt: eine Pille, die den Kühen das rülpsen erspart. Und dem Bauern seine Bilanz verbessert. In diese Tatsache könnte man jetzt wer-weiss-was hereininterpretieren, aber heute Abend nicht mehr.

Zur Verdeutlichung ein Wirkungsschema:

MethanKuh

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