Antichrist vs. Antimusik · 2009-09-11 01:06 von ich
Antifrauen, Antinatur, Antifuchs (kann sprechen), Antibaum, Antiwurzelwerk, Antiporno. Ein Feuerwerk des Irrationalen, dessen Hauptding wohl im Gegensatz von Optik und Message liegt. Wenn es denn eine gibt, da muss ich noch ein wenig sacken lassen, verdauen, wiederkäunen und dabei nicht vergessen, ganz cool bleiben, einen Schluck aus der Flasche nehmen wo “Ratio”farm™ draufsteht, alle Messer, Scheren und sonstige Gegenstände aus der Umgebung entfernen. Beim atmen 5-5-5 zählen, nicht 6-6-6. “Chaos reigns” und “Die Natur ist Satans Kirche”, geliefert von der Heimatfilm AG. Immer noch nichts gegen den inneren Terror, gegen wahre Empfindung, wahren Schmerz, jedoch nah dran. Durch eine Art Kulissenhaftigkeit wird der Film überhaupt seh- und machmal sogar geniessbar. Super Slow-Motion und Special Effects erzeugen Distanz, auch zu vergleichbaren Filmen. Eigentlich, dachte ich beim sehen, ist es Blair Wich Project, nur besser. Optisch vor allem, aber nicht nur, manchmal kam mir ein leiser Fluch über die Lippen, weil ich mir den großen Künster vorstellen konnte, wie er beim ausdenken des Gedankenterrors feixte: “Du Arsch”, nicht ohne einen Unterton der Bewunderung. Als Anticineast gebe ich zu, keine Ahnung von Filmen zu haben und die paar Vergleiche, die ich ziehen kann, hinken mit Sicherheit – dazu fällt mir eine Szene im Film ein, denn dort wird auch gehinkt. Willem Dafoe hat damals Vietnam nicht überlebt, findet sich nun wieder im tiefen Wald, diesmal mitten in Deutschland und mit Klotz am Bein. Am Ende landet das liebend Weib entgegen aller politischen Korrektheit auf dem Scheiterhaufen, “How far can you go?”. Mehr Anti ist kaum denkbar, mit der Verstimmelungsszene war bei mir die Grenze erreicht, ich schloss die Augen und fluchte wieder leise vor mich hin… Wahrscheinlich fehlt mir dazu der Zugang, zur Lust am Schmerz, die selten so wunderschön drapiert daherkommt wie der “Bloody Cumshot”. Mehr Anti wäre an dieser Stelle dann doch noch vorstellbar, aber vielleicht gehts ja doch nicht darum, sondern um solche Dinge wie Entfremdung oder Lust, denn beim sehen bekam ich richtig Lust auf den warm-weichen Körper einer wirklich lieben Frau. “Fandest du den Film frauenfeindlich?” “Nein, gerecht” antwortete ich ohne nachzudenken, und tatsächlich, das steckt auch irgendwo dort drin, tief verborgen unter Farnen, Bäumen, Waldboden, viel sattem Grün und ANTIbilischen Motiven. Zum Ende noch ein Vergleich zu Lynchs Therapieversuchen in “Mulholland Drive” und “Inland Empire”, die ich wesentlich rätselhafter fand. Vor allem bei IE hatte ich das Gefühl, völliger Interpretationsfreiheit, jede Deutung war möglich, und vor allem auch gleich “gut”. Ähnlich empfand ich dagegen die Anspannung, Erschöpfung, Schweissausbrüche und finale Erleichterung (nicht Erleuchtung) nach dem Film, so dass ich mich seinerzeit frug: “Warum schau’ ich mir sowas überhaupt an?” und mich mit der Erklärung abfand, dass dem normalen Großstadthirn, welches 99,9% der Zeit im Leerlauf vor sich hin dümpelt, mal etwas zu bieten, Schocktherapie (“Du musst dich deinen Ängsten stellen”) um überhaupt mal geistige Entspannung zu fühlen. Insofern, guter Film!
Danach standen die Sterne günstig und ich rollte in den Hafenklang. Otto von Schirach. Als Antimusiker muss ich gestehen wenig Ahnung von Musik zu haben, aber ich hinkte die Treppe hinauf in die schicke neue Hafenklang Tanzbar, zahlte brav in Erwartung weiterer Schocker. Aber vom Mount Everest aus wirken die 6000er verdammt mickig. Discogabber, wenn Scooter als kleines Kind in einen Topf mit Amphetaminen gefallen wär (und alles ausgetrunken hätt’).
Zum Schluss noch Notizen aus dem Notizbuch, von denen ich nichts mehr wusste: “Antimusik: hat er blaues Blut?”, gemeint ist offenbar Herr von Schirach, an dessem adeliger Abstammung ich meine Zweifel hegte. “Scooter / Deppentechno, Selbstzerfleischung hier&da”, mit Verweis auf das noch frische optische Erlebnis. “Its the end of the world wird gebrüllt, dazu werden überlebensgroße Pappmaché Ghettoblaster durch den Backstage bereich getragen. Auf Gorillaschultern – wie orkinell!” Tolle Show.
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ReiseBlog · 2009-05-14 18:55 von ich
Diese Seite ist untot. 8 Länder in 3 Tagen, 10 Personen in den letzten 3 Stunden kennengelernt (oder doch nur “getroffen”?), 6 Liter Wasser in den 50,7 Stunden getrunken, was eigentlich ganz in Ordnung ist, weil es nicht so heiss ist, dass ich mehr trinken müsste. Alles ein bisschen wirr, aber im grünen Bereich, und so nebenbei wurde mir unterwegs klar: Die Zeichen stehen auf “Fortschritt”, überall wird eifrig an ihr gehämmert, alles auf Hochglanz poliert. “Alles Neu macht der Mai” schoss es mir senilerweise beim Spaziergang durch Sevila in den Kopf. Reisegeschichten aus dem Nachbarzimmer lenken mich ab. Sprachen lernen ist ein gutes Gedächtnistraining, englisch ist die Sprache der Rucksackreisenden, sogar in Spanien und sogar die Argentinier müssen Englisch lernen, von denen es einige hier gibt. Die Gespräche bleiben in den meisten Fällen, wen wunderts, an der Oberfläche des Lebens, aber Ausnahmen bestätigen auch diese Regel, wie das nächliche Dachterassengespräch mit einem Türken in Granada, der sich über die Angst der Europäer vor den “unzivilisierten Barbaren” vor Lachen fast in die Hose machte. Das war in Granada, in einer beinahe familiären, recht kleinen Herberge, bei dem mindestens 50 Prozent der Gäste länger als eine Nacht übernachteten. Manche waren jedoch auch dort so in Eile, wie ich es im Moment bin. Die Arbeit ruft, winde ich mich heraus, denn eigentlich ruft sie nicht wirklich, konnte immerhin 2 Monate auf mich warten. Die Geschwindigkeit des Reisens bestimmt die Tiefe der Dialoge und somit auch die Beschäftigung mit der Kultur – und zurück zur Sprache, die ich gerne sprechen würde, ohne die ganze Grammatik auswendig lernen zu müssen. Ich brauche ja nur jemanden, am besten verteilt sich die Last auf mehrere Köpfe, und mehrere Sprachen, auch hier ist Auswahl gross: Arabisch und Französisch werden in Marokko gelernt, Spanisch in Zentral- und Südamerika. Warum nicht Argentinien? Aber wenn ich ehrlich bin, reicht es auch aus, eine einzige Sprache zu “beherrschen”, schliesslich kommt es darauf an, was man damit vor hat. Und Ich will keine Rekorde im unbekannte Menschen kennenlernen brechen, doch komischerweise, ... Pornografische Bilder an den Wänden reissen mich aus meinen Gedanken. Wie soll man denn in so einer Umgebung arbeiten können? Was wollte ich noch schreiben: ach ja, wie interessant zu beobachten: die Reisegespräche, weswegen Alleinreisen so inspirierend sein kann. Immer ein Buch verausgesetzt, hinter dem man sich verstecken kann, oder ein Kopfhörer unter dem man verkriechen kann. Ein Kneipenbummel wird von einer schätzungsweise 20-jährigen Engländerin angepriesen und ich, äh, denke, oder sowas, dass die moderne Art des “koberns” besteht darin, die Brüste hochzudrücken, um dann, egal welcher Text auswendig gelernt wurde, diesen möglichst fehlerfrei in kürzester Zeit über die Lippen zu bringen, damit dem Angesprochenen – in diesem Fall ein Asiate, der gelangweit auf seinem iPhone herumwischt – auf keinen Fall eine Sekunde seiner vermeintlich kostbaren Urlaubszeit gestohlen wird. Jawohl kostbar, und es ist nicht das Geld. Spätestens nach 3 Stunden Grübelei landen die Gespäche bei diesem Thema, offensichtlich gibt es kein anderes Thema als Geld, aber wenn ich die Gedanken schweifen lasse, fallen sie aus dem Fenster, in eine warme Stadt, über der sich ein weiter Himmel spannt, auf dem ausser der Sonne und ein paar Kondensstreifen nur ein paar Wolken dahingleiten(?) Ich beschliesse, noch mal aus dem Haus zu gehen, einen ruhigen Ort an einem Fluss zu suchen, weil die Farben in Flussnähe – oder in den Bergen – immer noch etwas besser rüberkommen. Und vielleicht finde ich deswegen farbige Kleidung in Hamburg albern, aber hier, oder auch in Marokko, konnte ich kaum genug bekommen. Die Erklärung ist theoretisch und praktisch einfach, aber ich habe tätsächlich keine Lust, mir dadurch die Stimmung zu versauen. Dann doch lieber mit der Nachricht, dass der BFM Bad-Banks zulassen will, obwohl er sich vor wenigen Augenblicken dafür verrückt erklärt hat. Und Karlheinz Schädlich hat Günter Grass bespitzelt, wenn der Name noch nicht alles erklärt?!? Bitte keine Rechtfertigungen, hört auf damit! Alles schlimm, aber dann doch wieder nicht so sehr, dass es irgendwie, irgendwem auffallen würde. Das ist alles nur auf die kommunistische Infiltration, die pharmazeutische Konspiration, transpiratorische Situation und das gechlorte Wasser aus dem Guadalquivir zurückzuführen.
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Nullpunkt · 2008-11-15 04:07 von ich
Helmut Kohl hatte noch Message: “Vertrauen Sie mir, ich weiss was ich tue”. Es wird Zeit, wir brauchen jemand wie ihn immer dringender, damit nicht noch mehr Stuttgarter aus ihrem Städtchen fliehen, auf der Suche nach ein wenig Essbarem und einem Dach überm Kopf. Es wird Zeit für ein Ritual der besonderen Art. Stonehengekreise, in deren Mitte Blitze in Deutschländer Würstchen einschlagen, auf flachen Hügeln in Mecklenburg, gleich neben kasernenartigen Neubaublöcken, die alle an amerikanische Investoren verzockt wurden, die plötzlich nie Geld hatten. Die Blitze bewirken die Umwandlung in lauter kleine Helmuts, die die Karren wieder aus dem Dreck ziehen, und Deutschland auf der Überholspur halten, bevor das prestigeträchtige Image einen Kratzer abbekommt. Die Umwandlung funktioniert nur in einer besonderen geometrischen Anordnung der Gestirne, sowie der umstehenden Gesteine, selbstredend. 2038 ist Wladimir Putin immer noch bzw. schon wieder König von Russland. Dem Universalgesetz der Konkurrenz folgend, brauchen wir auch jemand mit einer starken Hand. Und magische Banken, die weiterhin bedrucktes Papier zu Geld machen, das die Kraft oder besser Energie hat, uns Glücklich zu machen! Aber Scheiss aufs Geld, “Hartz4 is’ geil!” meint eine Unbekanntschaft auf dem Dach des Hochbunkers (“Wann der wieder in Betrieb genommen wird?”), angesichts eines atemberaubendem Ausblick auf nordischen Nebel. Es war vermutlich Alkohol im Spiel, billiger Fusel natürlich, denn die Maschine hat Vergnügen nicht eingerechnet, im blossen Vertrauen und auf Grundlage des Gewissheit, dass immer alles billiger wird. Die Masse machts. Ebenso bei den Autos: jedes für sich genommen ein Wunderwerk: Ausdruck einer Symbiose von Mensch und Maschine, zu dieser Zeit an diesem Ort, sogar für mittlere Intelligenzen wie mich erfahrbar. Das Gaspedal ist rechts, ist doch einfach! Hammerbeschleunigung und Krasseverzögerung durch maximale Performance, emergierend aus extreeemer – dabei unschnallbarerweise alltagsdurchdringender – Präzision, damit nach jedem Sprint zum Bäcker am Sonntagmorgen die Meßlatte noch ein wenig höher liegt. Wir liegen dabei tiefer, kauern nur wenige Millimeter über dem Asphalt, zugunsten eines tiefen Schwerpunkts. Und das ist nur Einfache Mechanik, schon Newton dachte das vor 300 Jahren. Doch nun bekommen wir, was wir verdienen: Straßen und Autos, damit Menschen satt werden. Bomben und Raketen, damit böse Menschen nichts mehr essen brauchen, damit es für gute Menschen mehr zu essen gibt – und noch mehr Straßen und Autos. Ob Obama das ändern kann? Ob wir das ändern wollen?
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Steppengeflüster · 2008-11-11 00:18 von ich
Ich bin kein fleissiger Mensch. Aber immer wenn ich aus meiner alten Heimat zurückkehre plättet mich die diffuse Einsicht, dass dies nicht so schlimm ist. Dort wird die Verzweifelung, von allen wichtigen Errungenschaften des Fortschritts abgehängt zu sein, nur von der Melancholie der herbstlich-nebligen Umgebung getoppt, und es scheint, dass alle Taten die Verzweifelung nur noch verstärken, weil die Karre weiter in den Dreck, oder gegen einen der zahlreichen Alleebäume gefahren wird. Trotzdem denkt niemand in eine andere, als in die scheinbar vorgeschriebene Richtung, was auch mich zuweilen deprimiert. Ich möchte dann schreien: “Seht ihr denn nicht die einfache Lösung all eurer Probleme” und weiss doch, dass ich in diesem Fall mit dem Mist der üppig dimensionierten Schweinemastanlagen beworfen würde, die zu ihrer Einweihung die Minister und Präsidenten wie Fliegen angezogen haben. Ganz abgesehen davon, dass ich nicht die Ausstrahlung eines großen Prediger habe, auch ist kein Rhetoriker an mir verloren gegangen. Ich lasse es lieber und stelle fest: die Steppenbewohner wollen Leiden! Es ist ihre ganz spezielle Art das Leben zu geniessen! Und führe mich nicht in Versuchung, in das hochsensible Gefüge aus Wahrnehmung, Nicht-Handlung und Wehklagen einzugreifen, denn was gäbe es schlimmeres als falschverstandene, gutgemeinte Ratsschläge?! Wenig später rauscht der Sturm durch meinen leeren Schädel. Ermattet von der Technikbegeisterung, die offenbar einzig wirkliche Ablenkung vom Greuel der selbstgewählten Verzweiflung des Alltag und von der aktuell langsam duchsickernden Wahrheit, dass auch A. Merkel daran nichts wird ändern können. Die vergangenen 18 Jahre stetigen Aufschwungs waren zu kurz um den Wohlstand durchtrickeln zu lassen, niemand kümmert sich um die überflüssigen Bastarde, Abkömmlinge alteingesessener Land- und Hoffnungsloser. Noch ein letztes Aufbäumen im Media-Markt, als Präsentation guten Geschmacks, guten Willens, up-to-date- & state-of-the-art-Verhaltens, und so weiter, vor den Artgenossen. Zieh’ sie durch den Schlitz, die Visakarte und kaufe den finalen Flachbildscheiss, mit dem du die Konnektion zum hipsein gepachtet hast. Bis er, in nicht allzu ferner Zeit, nach dem Ablauf der gesetzlichen Gewährleistungsfrist, kaputt im Wald liegt, wo Hase, Igel und Wildsau sich die alltäglichen Komödien aus Forschung und Politik reinziehen. Aber nein, die Wildschweine sind cleverer, haben aus gutem Grund weder Funk noch Fernsehen erfunden. Somit sind sie geschützt vor der Verfolgung der Zeit bis in die Verdammnis und nehmen ihn einfach hin, den drückend-grauen Himmel, durch den sich so selten die Sonne verirrt. Müssen sich auch nicht die Klauen anspitzen, um von Ferne zu bedienen, was aus der Nähe betrachtet einfach Scheisse ist. Welchem geistigen Nährwert ist einem iDings zu eigen, mit dem man alles mögliche machen kann, wenn man nur wüste wie? Und dies wäre meine Frage, stünde ICH hoch oben auf der Kanzel, umringt von Mikrofonen der Sendeanstalten des Propagandaministeriums: “Wozu?” Wie gesagt, kein Bundeskanzler ich. Keine Ahnung nicht.
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Smoke It · 2008-10-18 21:27 von ich
Was macht ein überaus erfolgreicher Hedge Fond Manager, der DIE KRISE kommen sehen hat? Ein letztes Mal stopft er sich die Taschen randvoll, schreibt einen lieben Abschiedsbrief und klinkt sich dann aus dem Geschehen aus, um in aller Ruhe und bis in alle Ewigkeit fette Tüten zu rauchen: auf die Idioten in den Banken und der Regierung, die ihr Leben dem Geld widmen; auf die Meritokratie, die gerade wieder einmal neu erfunden wird und auf all jene, die denken, sich mit dem Business-Leben ein Denkmal zu schaffen: “Appointments back to back, booked solid for the next three months, they look forward to their two-week vacation in January during which they will likely be glued to their BlackBerries or other such devices. What is the point? They will all be forgotten in 50 years anyway. Steve Ballmer, Steven Cohen, and Larry Ellison will all be forgotten. I do not understand the legacy thing. Nearly everyone will be forgotten. Give up on leaving your mark. Throw the BlackBerry away and enjoy life.”
Erntet, was ihr sät! Unbegrenzter Kredit für alle! Andrew Lahde for President!
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TDDE18 · 2008-10-03 15:42 von ich
Tag der deutschen Einheit. Das ist der Tag, an dem die Korken fliegen, hinter den Kulissen, gut gesichert, hinter dem Sperrwall des Staatsschutzes. Mein Name – ich – stand nicht auf der Gästeliste, zwar gut lesbar auf meiner EC-Karte, aber da kein Lichtbild mich mit dem darauf gedruckten Namen in Verbindung bringen konnte fand der Presseball ohne mich statt. Gut, dass ich kein Journalist bin, sonst hätte dieser Fauxpas das Ende meiner Karriere sein können. Jedenfalls bin ich sauer, unter anderem weil ich Angelas oder Horsts Double nicht von nahem sehen durfte, um von ihr oder ihm ein gefaktes Autogramm zu erbetteln.

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Natürlich wirft so ein Erlebnis Fragen auf, der junge Grüngepanzerte hätte ein guter Kumpel sein können, also ich kann nicht behaupten, er wäre unsympathisch oder unhöflich gewesen. Gutes Benehmen, aber warum soviel Action? War es mein Vollbart, der mich unter Terrorverdacht stellt? Muss ich micht rasieren, um eine – auch von MEINEN Steuern – finanzierte Party zu besuchen? Glaubt “der Staat” tatsächlich auf diese Art ein Gefährdungspotenzial auszuschliessen zu können, oder geht es ausschliesslich um einen statistisch signifikanten Gefährdungspotenzialaussch(l)usseffekt, der aus einer Metaanalyse von Milliarden Fraktil- und Devianzquotienten ausgewertet wird? Mit anderen Worten: ist es demokratisch? Gehöre ich nicht zum Volk der Demo-Kretin? Next Year DDR?. Gute Frage, Prognosen sinnlos. Ich versuche es trotzdem: wenn es mehr von allem geben muss, dann natürlich auch mehr Polizei auf der Strasse, was damit gerechtfertigt wird, dass es mehr Gewalt von denen gibt, die mehr von dem mehr haben wollen. Wie dumm diese Spirale ist, wurde schon oft “wissenschaftlich” bewiesen. Erich Fromm macht die Fixierung aufs HABEN für die Probleme der Welt verantwortlich, ein passender Lesetipp für die neuen Loooser.

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Horch der Bundeshorst sprich, hören wir mal, was er zu sagen hat: das ist alt, das hier schon interessanter und ich frage mich, wie das gesuchte Terrorprofil von heute aussieht: ob es nicht sinnvoller wäre, die Gästeliste nach Investmentbankern zu durchsuchen. Wird sie sicher, denn The Party is over, vor allem für die, die gerade dabei waren die Türme zu erklimmen, als sie plötzlich und völlig unerwartet zusammenbrachen. Wie es weiter geht, werden wir auch nicht von unseren weisen Führern erfahren. Sie handeln weise, weil sie keine Panik auslösen wollen, die den allmächtigen Glauben erschüttern könnte. 1 … 2 … 3: Crash, “Brasilianisierung” oder Ökosozialismus bzw. ökosoziale Marktwirtschaft? Mir mit dem beginnenden deutschen Herbst könnte mir ein wenig Brasilien gut gefallen, mag sein, dass ich den Wortsinn nicht ganz verstanden habe, aber ich verbinde mit Brasilien immer etwas angenehmes: Sonne, Copacabana, eingeölte, milchkaffeebraune Mädchen, der Sand knischt zwischen den Zähnen. Es ist die einzige Möglichkeit, uns bleibt sonst nur der Rückzug in den Bunker, weil ich nicht denke, dass es plötzlich Gehirn regnen wird und da sich “weniger” schwer vermarkten lässt bleibt nur Plan “B”rasilien. Allerdings müssen wir rüberschwimmen, damit wir nicht über unser individuelles CO2 Kontingent übernutzen. Denkt dran Leute: 2t/y*EW heisst das Ziel – und weniger TUN, ist die halbe Lösung. Bunker bauen die andere Hälfte.
Wir sind Teil des Problems: Fressbuden hinter Panzerwagen. “Da wollen Bürger friedlich Haxen essen und Bier trinken”, sagte das Panzermännchen am TDDE. Lächerlich, mir war heute trotzdem wie Sonntag.
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Gen. Haxe™ · 2008-08-22 23:45 von ich
Notizen von unterwegs…
Kurz bevor sich ein heimisches Gefühl einstellt, zieht die Karawanne der Generation-Haxe-Beobachter weiter gen Osten. In ein “noch wilderes” Land, in dem es laut Hörensagen metertiefe Schlaglöcher auf völlig undeutschen Autobahnen geben soll! Wir werden auf unser Hab und Gut aufpassen und mit Sicherheit Komforteinbussen in Kauf nehmen müssen. Werden die Alufelgen überleben? Habgierige Blicke könnten uns auf Schritt und Tritt verfolgen. Gefahren lauern überall. Niemand wird uns indes wirklich aufhalten wollen, viel zu perfekt ist unsere Tarnung, viel zu psychotisch die sogenannte Normalität, die wir mit unserer perfekten Tarnung überdecken wollen. Wir 4fachagenten sollten nur nicht übermütig werden und denken, jemand empfange uns mit offenen Armen. Viel zu schnell wird jedem aufmerksamen Beobachter klar werden, dass wir nichts zu verteilen haben – AUSSER DIE PURE LIEBE – wie unser Führer mit dem Führerschein immer betont. Also nichts, was in Tagen der EU-Osterweiterung von Wert wäre.
Der sinnvollste Schutz für die Generation Haxe ist die Vorstellung Angela Merkel zu sein, für die andere Menschen reine Wunscherfüller auf dem Weg zu einer guten Mission sind – allein mir fehlt der Glaube. Ich ziehe es deshalb vor, die Gefahren nicht zu sehen, esse auch keine Haxen, sondern erfreue mich wenn möglich an der Natur. Bevor es nun völlig sinnlos wird, muss ich mich ein wenig darübe beschweren, dass es immer schwieriger wird, bei der Bewegung durch die vier Dimensionen den Genuss zu finden. Denn genau wie Ruhe und Besinnung sind die wirklich einfachen Freuden die wesentlichen Dinge, die nicht in Fabriken herzustellen sind, wir daher auch in Zukunft nicht darauf hoffen sollen, dass wir davon mehr bekommen können. Die Tendenz zeigt eher nach unten, auch wenn der Haxen-Index generell nach oben geht. Vielleicht sogar deswegen. Gibt es einen nicht zu sehr konstruierten Zusammenhang? Heul, heul. Die Aussichten sind EU-weit schrecklich. Der gesamte Staatenbund wird in ein Arbeitslager verwandelt und wir sind unseren weisen Führern zu ewigem Dank verpflichtet, wenn SIE in der Lage sind, uns irgendeine sinnlose Beschäftigung zu beschaffen, die uns von einem sorgenfreien Leben abhält. Was hält uns denn davon ab, kollektiv auf die Schienen zu legen und unseren Führern die Arbeit zu überlassen, die sie bisher so generös verteilt haben. Selbstverständlich gehört ihnen dann ALLES, was von Wert ist, oder auch nicht.
Vorher müssen wir noch unseren Ballast verlieren, um vital, schnell und geschmeidig zu werden, um den Kräften zu begegnen, die uns versuchen werden, von unserem Pfad abzubringen – der Zweifel in der Suppe der Visionen – die Stimmen aus dem OFF – die uns versuchen werden einzureden, dass wir uns alles nur einreden. Das nur die Gerste zählt, oder nur eine Haxe was “richtiges” zwischen den Zähnen ist. Nicht daran denken, denn eh’ wir uns versehen sind wir umzingelt von Hipermarkets und Markendiskountern, die versuchen unsere hartverdienten Euros aus den Knochen zu lutschen wie dünnflüssiges Knochenmark. Ob ich dabei meine Seele verliere? Keine Ahnung ob ich eine habe, aber wenn, dann bekommen die Aldi Brüder sie nicht. Weil das Logo einfach zu billig ist, so billig wie die gesamte Idee der “Qualität durch Masse” bzw. Konzentration. Nein die Haxen Generation schert sich nicht um Konsum, sie tut es einfach. Selbst Schuld wer nicht teilnehmen will: an den Specknacken und Schwimmringen, den Kimaanlagen und Ledersesseln, der zweifelhaften Ästhetik-Vorstellung und Dikussionen über neue Telefontarife, Gaspreise, und den davongallopierenden Lebenshaltungkosten, die Inflation, oder was die Muselmanen und Chinesen uns sonst noch schlimmes antun werden, wenn wir sie nicht VORHER in Stücke bomben. Na und, soll ich deswegen etwa heulen? Dafür ist es zu absurd, zu komisch und zu perfekt! Es muss ein System dahinterstehen… eine… VERSCHWÖRUNG oder irgendwas mysteriöses. Ein Graubärtiger, oder eine Graubärtige, die im Hintergund alle Fäden in der Hand hält und zu dem oder der wir unsere Stoßgebete in Notzeiten abschicken können. Wir können nur hoffen, dass die Kapazitäten der göttlichen Leitung an die gestiegenen Bevölkerungszahlen angepasst wurden.
Nein das streich ich, es ist zu dämlich. Ich habe noch 31min vor mir, erst dann darf ich das Notebook in die Ecke werfen, mich müde fühlen und zu Bett gehen. Es hat keinen Sinn, ich habe kein Vorhaben, noch nicht mal “wertvolle” Gedanken. Der Sound im Kopfhörer ist viel essentieller. Der abnehmende Mond unter dem an einem weiten Himmel ein Flugzeug in für mich unbestimmbare Richtung fliegt. Irgendwohin, weiter auf Kurs, irgendeinen Zweck wird es schon erfüllen. Nur noch 24min.

Ein Samstag · 2008-02-09 19:14 von ich
Im Frühling der Neuzeit. Viele stellen sich die Frage, ob das schon die Vorboten des Klimawandels sind bzw ob wir mitten drin sind. Einige finden es angenehm, ERIS würde sagen “Vielleicht”. Jedenfalls rollten heute soviele Porsches um die Alster wie selten zuvor und Aston-Martis, Yamagutchis etc. Fein blinkender Chrom in einer unwirklichen Zu-Frühlingssonne. Im Februar Sommerschweiss unter den Achseln zu haben ist irgendwie komisch, andersherum auch nicht besser, ich meine Schnee & Ice im August. Da kann man nicht so Gas geben, wollen die 450PS mit zartem Fuß auf die Straße dosiert werden. Das kann böse ausgehen und vielleicht tut es das auch wirklich manchmal, sicher entgeht ihnen die schöne Landschaft bzw das schöne Wetter. Vulgäre Sounds blubbern aus Lautsprechern, “Blood on the microphone”, Crooklyn ist ein böser Ort!

Nein, Sie Wollen Alles! · 2007-11-15 10:56 von ich
Sie geben sich nicht mehr mit Teilen zufrieden. Nachbarn werden ihre Nachbarn aus dem Haus mieten – um Alles zu haben. Zum Frühstück gibt es Alles und danach wird Total entspannt, zum Frühstück gibt es auch Yogi-Tee gegen die innere Erkältung. Ihnen dürstet nach Frischem UND Gediegenem, zu jeder Tages-, Nacht- und Jahreszeit an jedem beliebigem Ort “They really want to have it all”. In der neuesten Studie zum ethisch-korrekten Umgang mit der Zukunft unserer kleinen Welt erscheint in Kürze eine neue Studie zur neuen Simplicity. Darin werden der Trend zum 100qm Bad gezeigt und der Versuch einer Lösung des abstrakten Verlangens nach fischen Brombeeren im Winter unternommen.
“Das Einzige was uns bleibt, ist die Flucht in radikale Naivität” um uns Unangreifbar zu machen, aber auch um eine lebenswerte Alternative aufzuzeigen. Im Telepolis Forum wird heiss über den Wert von Visionen diskutiert: “TecDoc: Was ist denn so “möglich und optimal”? – Ist doch blanke Theorie, und ausschließlich deine subjektive Einschätzung.” Antwort “Lepu:Ganz genau. Und wenn genügend Menschen dann das gleiche wollen, wird es verwirklicht. So entstand alles auf der Welt. Irgendjemand kam und sagte: Das kann man anderes machen. Und da waren immer Leute wie du, die meinesgleichen als Spinner und Träumer bezeichneten, uns verfolgten, hinrichteten, vertrieben, quälten nur um recht zu behalten, den sie hatten schon immer schiss. Die veränderung dessen Zeit gekommen ist, kann nicht aufgehalten werden. So wie die Menschheit zur Zeit wirtschaftet kann es nicht weitergehen. Entweder verändert sich alles und diesmal wirklich nachhaltig oder deine begrenzende Mechanismen werden greifen und die Erde entledigt sich der Menschheit. Du hast recht, es gibt keine Alternative. Aber damit ist die Veränderung gemeint, es gibt keine Alternative, außer dass man etwas neues erfindet, den das jetztige System funktioniert nicht.”
Meinung: ein Frühstück sollte auch in dieser Form möglich sein: Bei einem Spaziergang im Wald in den Eimer gesammelt und direkt aus den Eimern gegessen. Wäre doch Schade, wenn diese theoretische Möglichkeit aus Effizienzgründen unmöglich würde.

Hunter Selbstmord Thompson · 2007-10-25 01:30 von ich
Da haben wir es, aber warum nicht? Warum soll die Frage nicht auch bei ihm gestellt werden? Er hat sich getraut ähnliche Gedanken zu Papier zu bringen wie “Gary Webb” dem man auch nicht abnahm, dass er zweimal abgedrückt hat.
Die Frage bleibt: war HST wichtig genug, damit jemand das Risiko eingeht jemanden aus dem Weg zu räumen, nur weil Hunter S auf politisch korrektes Verhalten nie Wert gelegt und diese seine Meinung laut und unbequem verbreitet hat? “They’re gonna make it look like suicide [...] I know how these bastards think”. Kein Zweifel daran, aber warum “COUNSELOR” ?
Etwas ausführlicher auf Seite 6 des Reports: On the Typewriter in Front of Thompson was a page bearing letterhead reading “Fourth Amandment Foundation” Upon this page, centered near the top was typed “Feb 22’05”, and the page contained only one word, “counselor”
